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16.07.2009 - 03.08.2009
Roverway 2009 - Iceland "open up!"

 

Der Bericht

16.07.2009

Der Tag begann mit Sonnenschein pur und heißen 30°C. Heute hieß es Rucksack packen. Immer wieder stellte ich mir die Frage "Habe ich auch nichts vergessen?", ich habe mir meine Packliste immer und immer wieder angesehen, nur irgendwie schien da nicht alles drauf zu stehen. Je später es wurde desto unruhiger wurde ich.
"War auch alles organisiert?".

Schließlich wurde ich dann gegen 17:00 Uhr von Dominics Papa direkt nach seiner Arbeit abgeholt. Wir machten noch einen kleinen Umweg über Wambel, um auch Dominic in das Auto einzuladen. Am Flughafen angekommen, hatten wir noch viel Zeit und setzen uns zunächst in Mc Donalds.
Kaum das wir Mc Donalds verlassen wollten, entdeckten wir auch schon Hagen, Anika, Robin und Heike, die die Drei gefahren hatte. Schon bald hatte sich der ganze Trupp zusammengefunden.

Die Schalter von Air Berlin öffneten bald, so dass wir einchecken konnten.
Alle Rucksäcke, bis auf Mo's wurden als Sondergepäck behandelt - Mo war die Einzige mit einer Rucksack-Transporttasche die Griffe hatte.
Für die anderen stellte sich nun die Frage "Wie bekomme ich am besten mein Gepäck darüber?" die einen entschieden sich fürs Tragen und andere fürs über den Boden schleifen.
Nur leider ging bei unserem Schleifer als logische Konsequenz der Aufkleber verloren, also zurück zum Schalter, neuen Aufkleber besorgen.
Wieder am Sondergepäck-Schalter angekommen, nächster Schreck: Boardticket weg! Und wieder zurück zum Air Berlin Schalter.
Schließlich hatte er doch noch alle Papiere zusammen bekommen und durfte mit nach Island fliegen.

Aber nicht nur das sorgte sorgte für Aktion. Ich selbst wurde schon bald zum "Opfer".
In der Sicherheitsschleuse piepte es bei mir, also wurde ich von oben bis unten abgesucht. Ich musste sogar meine Schuhe ausziehen und meinen Rucksack durchsuchen lassen - ich wollte schon immer mal gefilzt werden. Was bei mir gepiept hat, weiß ich nicht, gefunden haben die Sicherheitsbeamtinnen jedoch nichts.

Hinter der Sicherheitsschleuse trafen wir bereits auf viele andere Scouts. Der ganze Flieger schien nur mit Rovern besetzt zu werden.
Und so traten wir bereits jetzt mit den ersten anderen Rovern aus der Schweiz und Österreich in Kontakt.

Der Flug selbst war sehr ruhig. Ein wenig komisch war es schon die untergehende Sonne hinter sich zu lassen und in Island den nächsten Sonnenuntergang zu erleben.

Island selbst empfing uns mit "angenehmen" 13°C und Sonnenschein.

Nun hieß es auf zum Zeltplatz, aber wo sollte der denn nun sein. "Jassi?" - ups, ich hatte die Unterlagen in Dortmund vergessen. Also machten wir uns "frei Schnautze" auf den Weg und berührten das erste Mal isländische "Pampa".
Am Straßenrand gabelten uns schließlich "Hepekaken" und "Bomski" (keine Gewähr auf Rechtschreibung) auf, die uns den Weg zum Zeltplatz wiesen - quer Feld ein, immer auf das Haus mit dem weißen Dach zu.

So kamen wir auch an unserer Schlafstätte an und bauten zum erste mal die Zelte auf. Aber wo waren nur die Heringe für Dennis Zelt? Zu Hause vergessen? Dennis fand sie schließlich doch noch, so dass auch er und Philipp ein Dach über den Kopf hatten.

Mo, Ani und ich legten uns schon schlafen, die Jungs hingegen schoben Kohldampf und machten sich über die mitgebrachten Ravioli her - aber seien wir ehrlich, sie wollten nur Gewicht für den nächsten Tag sparen.

 

Erkenntnis des Tages: " Auf Island wird es nicht dunkel!"

 

 

17.07.2009

Um 09:00 Uhr war unsere erste Nacht bereits vorbei, da wir wie verabredet von Hepekaken und Bomski geweckt wurden. Wir sprachen schließlich mit ihnen ab uns um 13:00 Uhr zu treffen, um uns auf den Weg in die Blaue Lagune zu machen.

Der Morgen selbst war bedeutend windiger als der Abend, aber nicht unbedingt kälter.
Gegen 12:00 Uhr deutscher Zeit (10:00 Uhr isländische Zeit) frühstückten wir schließlich - Toast mit Marmelade, oder Nutella, oder, wer wollte Waffeln belegt mit Smarties. Dennis setzte noch einen oben drauf und belegte seine Waffel nicht nur mit Smarties, sondern bestrich sie noch mit Nutella und verzierte das ganze mit Gummibärchen, jummie!

Nach dem Frühstück machten wir unseren ersten Lebensmittel-Einkauf in Island. Es war reichlich komisch: Spaghetti für 179 Kronen. Bis wir uns mit den Preisen und dem Umrechnen angefreundet hatten, sollte noch einige Zeit vergehen.

Gegen 13:00 Uhr wollten wir uns schließlich mit den beiden isländischen Pfadfindern treffen, da dies jedoch nicht klappte machten wir uns schließlich auf eigene Faust auf den Weg.

Zunächst führte uns der Weg parallel zur Straße, die Landschaft war auch noch verhältnismäßig grün und wie Mo schon bald feststellen konnte "unberechenbar". Plötzlich sank sie im Grün ein und viel hin, aber alles nicht so schlimm, schließlich war ihr nichts passiert.

Später verließen wir die befestigten Straßen und tauchten immer weiter in die "Pampa", geprägt von Lavagestein und Moosen ein.
Schon bald stellten wir fest, das es außer Pampa hier nicht viel zu sehen gab.
Am Abend kam die bittere Erkenntnis, dass wir uns verlaufen hatten. Da half es leider nicht einen Sandberg zu erklimmen und von dort aus nach den Weg zu spähen - "links" konnten wir eine Straße mit Autos ausfindig machen, die aber in die falsche Richtung führte, "gerade aus" behinderte ein Zaun den Weg, "rechts" wirkte da noch am besten.
Der Kompass funktionierte leider aufgrund der Strommasten nicht, daher auch keine Angabe von Himmelsrichtungen, denn wo geht die Sonne in Island auf und wo unter? Ist das wie in Deutschland? ;-)

Schließlich erreichten wir einen Steinbruch.
Dort angekommen untersuchten wir die Häuser und Container und fanden schließlich auch einen funktionierenden Frischwasseranschluss, an dem wir unsere Vorräte auffüllen konnten und auch Wasser zum Kochen hatten.

Die Sonne ging bereits unter, als wir erneut aufbrachen, um uns einen Schlafplatz zu suchen. Im Steinbruch konnten wir nicht bleiben und die Blaue Lagune hätten wir heute nicht mehr erreicht.
Also gingen wir quer Feld ein, weg von der Straße und fanden schließlich ein kleines "gemütliches" einigermaßen ebenes Moosfläckchen.
Einige beschlossen nicht ihre Zelte aufzubauen und die Nacht unter freiem Himmel zu genießen.
Geschafft vom Tag schliefen wir auch schon bald ein.

 

Erkenntnis des Tages: "Lavasteine stinken, wenn man sie aufeinander schlägt!"

 

 

18.07.2009

Die Stille am Morgen war unglaublich. Soweit weg von jeglicher Zivilisation konnten wir nur uns selbst hören, ein komisches Gefühl und dennoch gut.
Die Morgentoilette viel etwas sparsamer aus, aber die Zähne putzen wir uns trotzdem, unsere Wasservorräte waren schließlich wieder gefüllt.

Am späten Vormittag schulterten wir wieder unsere Rucksäcke auf. Schon nach wenigen Schritten waren wir uns dem Gewicht auf unseren Rücken wieder bewusst geworden.
Schritt für Schritt ging es weiter durch die Einöde Islands. Mitten durch ein Lavagesteinfeld, gespickt mit aufgetürmten Steinen, Abgründen und Moosen, die ein sicheres Laufen schier unmöglich machten. Anika ist wohl am meisten hingefallen. Hagen versank sogar einmal bis zum Knie im Moos, bzw. einem Loch das sich darunter auftat.

Irgendwann erspähten wir dann in der Ferne ein paar Fähnchen die im Wind tanzten. In der Hoffnung, dass sich auch dort die Blaue Lagune befinden würde, liefen wir immer weiter und trafen nach ca. 24 Stunden, seit dem Aufbruch in Keflavik, an der Lagune ein.

Die Eintrittspreise waren wie befürchtet "nicht ohne", so dass wir uns den Besuch für die Nachtour aufschieben wollten.

Da es an der Lagune nichts weiter zu sehen gab, suchten wir nach dem nächsten, günstigsten Bus, der uns nach Reykjavik bringen würde. Leider gestaltete sich die Kommunikation mit einem der Busfahrer als etwas schwierig, dennoch klappte es und wir erreichten schließlich das Youth Hostel / Campingplatz in Reykjavik.
Unverhofft trafen wir dort Bender und auch einige andere Bekannte Gesichter wieder.

Der Campingplatz war übervoll mit Pfadfindern, egal wo man hinsah, überall sah man Menschen mit Halstüchern.
Trotzdem fanden wir irgendwo weit hinten auf dem Zeltplatz ein Fleckchen, das groß genug war, um unsere Zelte sogar in einem Halbkreis aufbauen zu können.

Kaum waren die Zelte aufgestellt machten wir uns auch schon an die Essensvorbereitungen.
"Wie funktioniert noch mal Dennis Benzinkocher?" "Ist das so richtig?" "Sieht gut aus."
Nur zu dumm, dass es irgendwie doch nicht richtig war und Dennis den Kocher grund reinigen musste. Zu allem Überfluss ging dann auch noch der Spiritus aus.
Leider schienen alle anwesenden mit Gas zu kochen, das die Suche nach Spiritus erheblich erschwerte. Schließlich fanden wir dann jemanden mit Lampenöl, besser als nichts und es funktionierte, so dass am Ende jeder etwas Warmes auf der Gabel hatte.

Kaum das wir gegessen und den Trubel um die Kocher halbwegs vergessen hatten, holten uns die Italiener zum Spielen im Park ab: Fußball spielen, ein Kussspiel u.v.m. Es haben sich jedoch nicht alle von dem Spieltrieb mitreißen lassen.
Und so ging der Abend für den einen früher und für den anderen später zu ende.

 

Erkenntnis des Tages: " "Warmes Wasser stinkt nach faulen Eiern!"

 

 

19.07.2009

Noch geschafft von den letzten beiden Tagen schliefen wir heute lieber erstmal aus und machten uns nach dem Frühstück und der ersten Handwäsche, auf in das Thermalbad nebenan. Obwohl es ein Freibad war, ließen sich dort die ca. 18 °C Lufttemperatur gut aushalten, das Wasser war schließlich bei Temperaturen zwischen 38°C und 44°C angenehm warm.
Die Einzelnen Pools ermöglichten es sich langsam zu den 44 °C warmen Wasser vorzutasten. Es hatte etwas vom "bei lebendigen Leibe gekocht werden" und dennoch gab es ein paar Isländer, die dies gar nicht zu stören schien.
Bei strahlend blauem Himmel waren heute die ersten Sonnenbrände vorprogrammiert, die sich auch noch lange halten sollten, denn schließlich wurde es in Island nicht dunkel.
Im Schwimmbad selbst gab es auch noch einen Badehosen, bzw. Bikinitrockner, nur zu dumm, dass der nicht auch Solarbetrieben funktioniert.

Bei dem guten Wetter war unsere gewaschene Wäsche bereits nach unserem Schwimmbadbesuch getrocknet, so dass wir auch schon unser nächstes Ziel ins Auge fassen konnten.

Wie wir erfahren hatten, gab es die Möglichkeit in einem der Schulzentren kostenlos bis zum Roverway (1 Nacht) zu nächtigen.
Wir hatten uns dazu entschlossen bis zur Bushaltestelle zu Fuß zu gehen. Sehr zu unserem Glück: wie sich später herausstellte, wollten viele Pfadfinder in den Bus umsteigen und kamen erst nach uns an der Haltestelle an. Dadurch das wir als Erste in der Schlange standen bekamen wir noch Platz im Bus, alle anderen mussten draußen warten.
Der Bus war so voll, dass er Fahrgäste nur noch raus und keinen mehr einsteigen ließ.

Schließlich erreichten wir das Schulzentrum. Kaum dort angekommen ereilte uns die Nachricht "Die Schule ist voll!". Die Isländer bewiesen jedoch ihr Organisationstalent und ermöglichten es uns in zwei Klassenräumen zu schlafen.

Der Magen knurrte uns mittlerweile und wir hatten noch nichts eingekauft. Also auf marsch marsch zum Supermarkt, der jeden Tag geöffnet hat und das notwendigste eingekauft.
Da wir keine Lust mehr hatten großartig zu kochen begnügten wir uns mit Tiefkühlpizza die wir in die Öfen der Schule schoben. Für unser Junkfood wurden wir von den anderen Pfadfindern belächelt, uns hat es geschmeckt.
Nach dem Essen vertrieben wir uns noch etwas die Zeit auf dem Spielplatz und trafen auf freche isländische Kinder, die uns etwas isländisch und wir ihnen im Gegenzug etwas deutsch beibrachten.

Schließlich hieß es relativ früh ins Bett gehen, denn die Abfahrt zum Roverway sollte bereits um 07:00 Uhr sein. Laut Aushang sollten wir bereits um 06:45 Uhr spätestens am "Pick up Point" sein.
Unsere Zimmergenossen aus Österreich hatte es besser getroffen für sie sollte es erst um 07:30 Uhr losgehen.

 

Erkenntnis des Tages: "Isländische Kinder sprechen sehr gut Englisch."

 

 

20.07.2009

Bereits um 05:05 Uhr klingelte der Wecker, leider nicht zum ersten mal. Chrisse, der den Weckdienst übernommen hatte, hatte zuvor nicht die Handyzeit mit der Ortszeit abgeglichen, so dass es zwei Fehlalarme gab. Ich selbst habe dank Ohropax friedlich weiter geschlafen.

So leise wie es nur eben ging packten wir unsere Sachen zusammen um die anderen im Raum nicht zu stören, aber so sehr wir uns auch bemühten, es wurde dennoch ein paar wach und waren darüber nicht gerade glücklich.

Schließlich hatten wir alle Sachen zusammengepackt und das Frühstück konnte mit Toast, Marmelade, Wurst und Käse beginnen.

Irgendwie schien die Zeit am diesen Morgen schneller zu verstreichen wie sonst, ganz plötzlich war die Zeit zum Aufbruch gekommen. Die Zeit im Nacken beeilten wir uns, zum Pick-Up-Point zu gelangen. Etwas abgehetzt, aber mehr als rechtzeitig kamen wir dort an.
Der Pick-Up-Point glich einen großem Busbahnhof, der eigens für das Roverway eingerichtet wurde.

Statt um, wie geplant 07:00 Uhr, fuhr unser Bus erst um 07:40 Uhr los in Richtung der Eröffnungsfeier des Roverway.
Vor der Eröffnung blieb genügend Zeit um die ersten Spiele miteinander zuspielen und auszuprobieren, z.B. die bei uns unter Rübenziehen, oder Tatuzita bekannten Spiele und vieles mehr.
Die Eröffnung selbst glich teilweise einer großen Party, bei der die einzelnen Nationen ihre Fahnen schwangen, und verschiedene Schlachtrufe brüllten.
Ein Teil der Zeremonie bestand darin, den Roverway-Pfeil mit Menschen nachzubilden. Der Pfeil ist auch richtig cool geworden und mit einem guten Auge lässt sich auch erahnen, wo wir gestanden haben.

Nach der Eröffnungsfeier ging es mit den Bussen los zu unseren jeweiligen Jorneys. Kaum am Lagerplatz angekommen, mussten wir feststellen, dass es weder fließend Wasser, noch dementsprechend ein Klo gab. Nun gut, kein Klo ist etwas übertrieben, wenn man bedenkt, dass wir zumindest ein Dixiklo zur Verfügung hatten.
Unser Frischwasser zum Kochen, Waschen und Co. mussten wir aus dem nahegelegenen Fluss holen.
Ansonsten war der Platz umgeben von Pampa, bestehend aus etwas isländischen Wald, Wiese, "Sumpf", Meer und Felsen.

Nach dem Aufbau unserer Zelte halfen wir noch mit, dass Küchenzelt für die Allgemeinheit aufzubauen. Die Bezeichnung Zelt trifft eigentlich nicht so richtig zu, es handelte sich viel mehr um ein Party-Zelt mit Aluminium-Gestänge, das sich bei dem Wind mehr schlecht als Recht aufbauen ließ. Schließlich stand es irgendwie und die ein oder andere Stange rutschte immer wieder raus.

Der Nachmittag stand später zur freien Verfügung. Die einen erklommen die Felsen, bzw. dem Berg, der im Rücken unseres Platzes lag und andere beschlossen das blaue Meer näher zu erkunden.

Irgendwie war dann auch schon sehr schnell die Zeit zum Abendessen gekommen. Nach dem ersten gemeinsamen Essen in unserem Journey nutzen wir die Zeit zum gemeinsamen Spielen.
Das Kuss-Spiel der Italiener sorgte wohl für den meisten Spaß:
Auf der einen Seite sitzen Jungen in einer Reihe, die sich vorab Buchstaben zugeteilt haben, auf der anderen Seite sitzen die Mädchen, die sich Zahlen zugeordnet haben. Beide Gruppen teilen nun mit von "wo bis wo" sie die Buchstaben, bzw. Zahlen vergeben haben, ohne jedoch der anderen Gruppe mitzuteilen, wer welchen Buchstaben, bzw. welche Zahl hat.
Anschließend setzte sich eine Person in die Mitte, beispielsweise ein Mädchen. Das Mädchen nennt nun eine Zahl und einen Buchstaben. Die beiden gerufenen springen auf.
Der Junge hat nun die Aufgabe das Mädchen in der Mitte zu küssen, dass andere Mädchen, muss ihn davon abhalten und ihm stattdessen einen Kuss verpassen.
Wer verliert, muss anschließend selbst in die Mitte.

So verging der Abend sehr schnell und durch die Helligkeit merkte man erst recht nicht, wie die Zeit verging.

 

Erkenntnis des Tages: "Dixiklos stinken!"

 

 

21.07.2009

Pünktlich um 08:00 Uhr morgens hieß es aufstehen. Die Morgen-Toilette hatte etwas Hollywood reifes:
Mit Handtuch über den Schultern und Kulturbeutel in der Hand ging es den Weg entlang zum Fluss, bevor man den Fluss jedoch richtig erreichen konnte, musste man zunächst einen Abhang hinunterklettern. Hatte man diese Hürde genommen, musste man sich nur noch einen halbwegs trockenen Platz für seine Sachen suchen und dann wurden mit kaltem Wasser (wohl unter 10°C) Zähnegeputzt und sich gewaschen.

Heute früh waren jedoch nicht nur Frühaufsteher, sondern auch hartnäckige Langschläfer unterwegs, so dass sich das Frühstück und der Aufbruch zu Tagestur allem in allem um ca. 1 Stunde verspäteten.

Für heute standen 8 km Wanderung auf dem Plan. Bei 18 - 20°C marschierten wir los, aber irgendwie erschien es uns, als würden wir bei erbarmungslosen 30°C durch die Sonne wandern, Schatten gab es keinen.
Unser Weg führte uns immer wieder durch Flüsse. Bei einer der Überquerungen rutschte ein Spanier aus unserem Journey aus und schlug mit seinem Kiefer auf einen Stein so auf, dass er schließlich einen Zahn verlor.
Trotz des Unfalls wanderten die meisten weiter. Weiter oben am Berg passierte der nächste Unfall, diesmal war Anika betroffen, irgendetwas hatte sie in den Hals gestochen, so dass ihr durch den anschwellenden Stich die Luftröhre immer mehr zugeschnürt wurde.
Aufgrund dessen, dass sie so wenig Luft bekam war es ihr, trotz aller Bemühungen seitens Dennis, Robin, Jannis und Dominic, nicht mal mehr möglich aus eigenen Kräften bzw. mit Unterstützung, den Berg hinunterzusteigen. Schließlich kamen 3 Rettungswagen und ein Polizeiwagen zur Hilfe.
Die Rettungskräfte joggten förmlich den Berg hinauf um Anika zur Hilfe zu eilen.

Alle die in Reichweite waren brachen die Wanderung ab, aber ein Teil hatte von alle dem nichts wirklich mitbekommen und setzte den geplanten Weg fort, ohne Tribeleader.

Anika wurde schließlich ins Krankenhaus gefahren, kam jedoch am Abend wieder zurück, erschöpft, aber den Umständen entsprechen wohl auf, sehr zur Beruhigung Robins (Aller).

Das Abendprogramm gestalteten wir deutschen und sorgten anscheinend mit unserem "Muffinman" für die größte Begeisterung.

Der Abend verging schnell, so dass schon bald der Schlafsack rief.

 

Erkenntnis des Tages: "Isländische Rettungskräfte sind sehr gut trainiert!"

 

 

22.07.2009

Heute sollte es erneut auf eine Wandertour gehen, dem "leg breaker" (dem Namensgeber unseres Journeys).
So hieß es am Morgen Zelte abbauen und Rucksäcke packen. Diese brauchten wir zum Glück nicht tragen. Das Hauptgepäck wurde mit samt unseren Verletzen direkt zum anderen Zeltplatz gebracht.

Zunächst führte uns der Weg vorbei an dem Wasserfall, an dem sich der Spanier gestern den Zahn ausgeschlagen hatte. Später führte er weiter ins Tal hinein, bis schließlich der Weg endete und wir uns unseren Weg selbst suchen mussten.
Austa hatte stets Karte und GPS griff bereit und wies uns direkt den Berg hinauf. Teilweise standen wir nahezu senkrecht am Berg, wer nicht ganz schwindelfrei war hatte wohl schlechte Karten. Oben angekommen wurden wir mit einer herrlichen Aussicht über das Tal belohnt und genossen unsere Mittagspause.
Der leichte bis böige Wind sorgte für die nötige Abkühlung. Einmal wehte mir der Wind jedoch meinen Hut vom Kopf. Ich dachte er sei bereits verloren, doch Dominic angelte den Hut von einem Felsvorsprung, was für ein Glück.

Nach der Mittagspause mussten wir weiter über den "Kamm" des Berges zum eigentlichen Leg-Breaker-Pfad, den wir auch schließlich erreichten.
Das unebene Gelände erschwerte das Laufen und schlug dem ein oder anderen schon bald auf die Knochen und Bänder.
Zudem wurde bald klar, dass die 19 km Luftlinie deutlich mehr Wegstrecke mit sich führten. Am Ende des Tages erfuhren wir, dass die gesamte Strecke ca. 27-29 km umfasste, ohne Höhenmeter.

Nur Mo, Jannis und Chrisse schafften es bis ins Ziel, alle anderen aus unserer Rovergruppe wurden schließlich ca. 4-5 km vor dem Ziel von einem Pick-Up eingesammelt und zum Zeltplatz gebracht.

Anika hatte das Mädchen Zelt während sie den Tag über auf uns gewartet hatte bereits aufgebaut und erklärte uns kurz wo wir was auf dem Platz finden konnten. Zum Glück hatte dieser Platz eine Dusche, die sogleich von einigen aus unserem Journey genutzt wurde.

Für das Abendessen waren wir Deutschen verantwortlich. Wir sollten Kasserolle kochen, im Grunde war es eher ein Gulasch. Das Essen schmeckte allen super, auch wenn es leider etwas wenig war, aber es war heiß.

Am Abend wurde es immer kühler und windiger (08°C), was nicht zuletzt an unserer Müdigkeit lag. Es dauerte nicht lange, bis sich einer nach dem anderen in seinen warmen Schlafsack verkroch.

 

Erkenntnis des Tages: "Wir Dortmunder sind die Einzigen die ins Ziel gefahren wurden."

 

 

23.07.2009

Als erstes stand heute "Ausschlafen" auf dem Plan; es gab erst um 09:00 Uhr Frühstück. Das Tagesprogramm selbst war heute nicht so prall gefüllt wie die letzten Tage.
Um 13:00 Uhr wurden wir von einem Parkranger für eine kleine geführte Tour abgeholt, denn schließlich befanden wir uns heute in dem Gebiet, wo sich die europäische und amerikanische Kontinentplatten treffen.
Am Tage war es so windig, dass sich große Staubwolken von den Bergen lösten und es einige Zelte, vor allem von den Nachbarplätzen dahinraffte. Um schlimmeres zu verhindern wurden einige Zelte not eingerissen, oder umgesiedelt. Unsere Zelte standen sehr gut im Wind, wobei später auch die ein oder andere Biegung an unseren Stangen etwas stärker ausgeprägt war.

Anika ist am Vormittag noch mal zum Arzt gefahren, da sie noch immer Atemprobleme hatte. Die Röntgenbilder die angefertigt wurden, blieben jedoch ohne Befund, so dass Ani Tabletten für die Nacht aufgeschrieben bekam.

Der Nachmittag stand zur freien Verfügung und wurde von allen sehr unterschiedlich genutzt.
Wie viele Personen passen in ein 3-Mann-Zelt? 3 Mag die logische Antwort sein, aber tatsächlich saßen wir am Ende zu 7 in einem Zelt: Mo, Ani, Jannis, Chrisse, Hagen, Robin und ich (Jassi).
Irgendwann wurde es Jannis zu viel und er versuchte sich zwischen all den Leibern einen Weg nach draußen zu bahnen, jedoch nur mit mäßigem Erfolg, denn er musste an mir vorbei. Jegliche Versuche von ihm wurden von mir mit einem "Du kommst hier nicht vorbei!" abgeschmettert und so kam ich zu meinen neuen Namen: Jassi - die Graue.

Da es schon am Tage nicht wirklich warm werden wollte, war natürlich auch der Abend wieder sehr kühl, doch die abendlichen Spiele nach dem Essen sorgten dann doch nicht nur für Spaß, sondern auch Erwärmung.

Und so ging auch dieser Tag schnell zu Ende.

 

Erkenntnis des Tages: "An Jassi - der Grauen kommt man nicht vorbei!"

 

 

24.07.2009

Heute war es mal wieder soweit, es musste wieder alles eingepackt und in die Rucksäcke verstaut werden, denn heute sollte schließlich das Althingi in Ulfljotsvatn beginnen.
Bevor wir jedoch zu eigentlichen Eröffnung fuhren, machten wir noch einen Abstecher in das Thermalbad in Selfoss.
Eigentlich wollten wir uns um 16:00 Uhr am Bus treffen, leider kam jedoch eine andere Gruppe eher an, so dass wir bereits um 15:00 Uhr das Bad verlassen sollten.
Ein Gutes hatte es jedoch: Dennis und ich kamen endlich dazu für alle Geld zu tauschen, so dass schließlich jeder von uns isländische Kronen in den Händen hielt.

Kaum das wir am Althingi angekommen waren, störmten wir auch schon das Gimli um unsere frisch erworbenen Kronen gleich in Roverway Artikel umzusetzen:
Angefangen beim T-Shirt, über Halstuch, Knoten, bis hin zu Postkarten.
Gut das wir so früh gegangen waren, denn später füllte sich das Gimli immer mehr und mehr, es war kaum noch ein durchkommen.

Am Abend wurde das Althingi dann schließlich offiziell mit dem Roverwaysong und Bildern aus den einzelnen Journeys eröffnet. Es ist ein unvergessliches Bild, so viele Jugendliche feiernd auf einem Haufen. Die Bilder bringen dies nur spärlich zum Ausdruck.

Nach der Eröffnung ging es zurück in unsere Shire (Dörfer), besser gesagt in unseren Tribe (Journey Gruppe) - ein Shire besteht immer aus mehreren Tribes.
Dort bekamen wir nun eine Spielkarte. Wann immer man jemanden mit der gleichen Spielkarte traf, sollte man sich über seine Erlebnisse mit dieser Person austauschen.
Aber nicht nur das bekamen wir am heutigen Abend überreicht.
Ab morgen soll in verschiedenen Villages Programm stattfinden, da aber nicht alle immer alles gleichzeitig machen können gab es für alles Eintrittskarten, die man aber untereinander beliebig tauschen konnte. Ein Tribe bekam immer die gleichen Tage und Zeiten für die einzelnen Villages. Wenn man tauschen will, muss man also Kontakt zu anderen Tribes aufnehmen.

Kaum war alles erklärt zogen alle los, über den Platz und ging auch dieser Tag zu ende.

 

Erkenntnis des Tages: "Isländische Kronen ist eine komische Währung."

 

 

25.07.2009

Der Tag begann ziemlich ruhig bei relativ kaltem Wetter und bewölktem Himmel.
Nach dem Frühstück hatten Mo und ich unseren Waschtag, das Wetter war nach dem Frühstück ideal: windig und sonnig, was will man mehr?
Die anderen begnügten sich derweil mit Kartenspielen.

Am Nachmittag machten wir uns schließlich auf zum Enviorment Village. Mo, Jannis und Chrisse bastelten sich eine Blume aus "Putzerdraht" und "Eierpappen".
Dennis nähte sich ein Schweißband und lernte schließlich die Anfänge des Strickens von einer Italienerin, die auch Deutsch sprach.
Ani gestaltete eine Jacke um und ich habe schließlich ganz leicht aus einem Hosenbein einen Beutel gefertigt.

Ein Zelt weiter gab es gesunde Drops, die man sehr leicht selbst aus Arnika herstellen kann. Sie sollen angeblich bei einer Erkältung helfen.

Schließlich wurde die Jagd auf die "open-up a box" eröffnet. Es galt 15 Stempel in unserem Roverheft zu sammeln.
Hagen und Alex hatten als erste die Jagd eröffnet und dementsprechend als Erste auch alle Stempel zusammen. Zudem waren sie so schnell, dass sie auch gleich alle Aufgaben für den Volunteer Badge erfüllten (Holzsägen, oder am Roverway-Pfad mitarbeiten, Bäume pflanzen und einen Mosaik mit unserem Namen und Herkunftsland versehen an einer Säule zu befestigen).
Ein Teil von uns half währenddessen fleißig beim Aufbau der Jurtenburg mit.

Den Abend verbrachten die einen von uns schließlich im Tea-House, oder zogen weiter durch das Althingi, tauschten Aufnäher und knüpften Kontakte.
Je später der Abend, desto kälter wurde es, ich war wieder einmal froh einen schönen warmen Schlafsack zu haben.

 

Erkenntnis des Tages: "Open-up a box - alles für einen Schokoriegel mit Lakritzstückchen!"

 

 

26.07.2009

Der Tag begann mit etwas Sonnenschein, doch schon bald gewannen die Wolken die überhand und es regnete. Um 08:00 Uhr war bereits Gottesdienst, an dem aber nur von uns Dortmundern nur Dennis teilnahm. Um 09:00 Uhr trafen wir uns in der Jurte mit dem deutschen Kontingent und sprachen ein paar Dinge für den Karnival-day ab.

Bis zum Mittag holten Dennis und ich schließlich das Führen des Kassenbuches im Gimli nach. Anschließend besprachen wir in der Gruppe die Nachtour und bekamen ein paar Tipps von einem anderen Pfadfinder, dessen Nationalität ich leider nicht mehr weiß.
Mo kaufte während der Besprechung heimlich für Dennis Geburtstag ein isländisches Buff-Tuch und verfolgte ihn den ganzen Tag gemeinsam mit Hagen. Dennis durfte auf keinen Fall auch nur ansatzweise auf die Idee kommen sich dieses Tuch zu kaufen, also hieß es ablenken, ablenken, ablenken (klasse Mo und Hagen!). Am Nachmittag erkundeten wir in Minigruppen den Karnival. Robin und Chrisse wurden sehr schnell zu Clowns und verdienten sich so ein paar Roverway Euro hinzu.
Viele Nationen präsentierten nationaltypische Speisen, für die man zum Teil mit Roverway Euro bezahlen musste, so gab es u.a. Pizza, Kaiserschmarren, Wal, Crepe, Marmelade und vieles mehr zu probieren.

Nebenher herrschte rege Betriebsamkeit in Bezug auf Dennis Geburtstag, schließlich sollte er etwas Besonderes werden. Wir organisierten mit Helium gefüllte Luftballons und einen Stuhl, einen knall bunten Hut, eine bunte Brille, sowie eine rote Nase.

Um 12:00 Uhr sangen wir Dennis schließlich in der Jurtenburg das Geburtstags-Medley, setzten ihm Hut, Brille und Nase auf und wiesen ihm an auf dem mit den Luftballon geschmückten Stuhl platz zu nehmen.
Auf diesem Stuhl trugen wir ihn durchs Lager (warum nehmen 2 Helium Luftballons kein Gewicht ab?) und sangen lauthals Happy Birthday und ermunterten alle möglichen Gruppen Dennis ein Geburtstagsständchen in ihrer eigenen Sprache zu singen.
In so vielen Sprachen hat Dennis bestimmt noch nie ein Geburtstagsständchen bekommen:
Deutsch, Englisch, Isländisch, Italienisch, Spanisch, Chinesisch, Portugiesisch und Schwedisch (ich glaube das waren alle, oder?).

Nachdem die Runde über den Platz beendet war, durfte sich Dennis endlich seiner Kostümierung entledigen.
Zwischendurch schauten Anika und ich uns an und liefen ganz schnell zum Newspaper Container, Jannis im Schlepptau und gaben den Jungs dort eines der verrückten Geburtstagsbilder, so dass Dennis am nächsten Tag auch in der Zeitung erschien (man kann auf dem Bild sogar das deutsche Halstuch erkennen).

 

Erkenntnis des Tages: "Man wird nur einmal im Leben 25 Jahre alt!"

 

 

27.07.2009

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Sport-Village. Mo Jannis, Chrisse, Anika und ich hatten beschlossen Tretboot zu fahren, die Wellen und der Wind sahen viel versprechend aus, jedoch kam alles anders. Kaum das wir im Boot und im Wasser waren schwappte immer wieder Wasser ins Boot und ließ und alle ganz schön nass werden.
Beim Aussteigen passierte, was passieren musste, einer, besser gesagt Jannis fiel ins Wasser. Er war nun ganz durchnässt. Aber nicht nur Jannis Schuhe waren durchnässt, sondern auch Mo's. Aber alles halb so schlimm, man kann sich ja schließlich vor den Zelten "umziehen".
Für Jannis war dennoch irgendwie mehr oder weniger der Tag gelaufen.

Nach dem Lunch erfolgte ein zweiter Anlauf in den Tag, ab zum Vikin-Village.
Hier war viel Kreativität und handwerkliches Geschick gefragt. Neben Holzgeschirr konnte man sich auch einen Anhänger aus Zink machen, Etwas filzen, Feuer anzünden, oder Popkorn machen.

Zum Abendessen gab es Borritos, die leider sehr suppten. Der Wind hatte sein leichtes Spiel mit der tropfenden Soße, so dass diese schließlich auf Anikas weißer Regenjacke landeten.

Die letzte Nacht auf dem Althingi war angebrochen. Ein paar von uns verkrochen sich ins Tee-Haus und genossen die Wärme dort, denn auch an diesem Abend war es wieder ziemlich frisch.

 

Erkenntnis des Tages: "Man steige besser erst aus dem Boot aus, wenn es einem gesagt wird!"

 

 

28.07.2009

Heute hieß es mal wieder früh aufstehen, denn bereits um 09:00 Uhr sollten wir uns für die Abschlusszeremonie bereit halten. Mit etwas Verspätung, was wir ja nun schon gewohnt sind, wurden wir dann auch schließlich abgeholt.
Nach der Begrüßung, einer kleinen Rede und dem Roverway Song, sowie Bildern zum gesamten Roverway wurde zum Abschluss das isländische Lied zum diesjährigen European Song Contest gespielt. Dies lud sofort zum gemeinsam Schunkeln ein und machte uns das Herz schwer, denn nun hieß es Abschied nehmen.

Nach der Zeremonie ging es zurück in die einzelnen Shire, die auch noch abgebaut werden wollten. Es fassten alle mit an, so dass schon bald nichts mehr an das große Lager erinnerte.

Schließlich machten wir uns auf den Weg zur "Bushaltestelle" nach Reykjavik, die auf dem Zeltplatz lag.
Nach einiger Verspätung stiegen wir schließlich in einen Bus ein, der uns in der Nähe des Youth Hostels raus, auf dem wir schon mal gecampt hatten.

Kaum dass wir unsere Zelte erneut aufgebaut hatten, machten wir uns auf den Weg zum Einkaufen, schließlich hatten wir keine Vorräte mehr.

Nach dem Essen suchten Dennis und ich noch die Verbindung nach Akureyri und Myvatn raus.

 

Erkenntnis des Tages: "Das Roverway war einfach klasse!"

 

 

29.07.2009

Obwohl wir dem Anschein nach rechtzeitig aufgestanden waren, kam dennoch Hektik auf. Schnell mussten die nassen Zelte eingerissen und verstaut werden. Im Laufschritt ging es dann zur vor dem Hostel gelegenen Bushaltestelle. Gut das auf die isländische Verspätungen verlass ist, so dass wir den Bus mit Leichtigkeit rechtzeitig erreichten.

Die Busfahrt führte uns 6 Stunden die isländische Küste entlang nach Akureyri. Sehr zu unserem Leidwesen schien der Bus ü keine funktionierende Klimaanlage zu verfügen, so dass es allmählich immer wärmer wurde in dem gut besetzten Bus.
In Akureyri angekommen fanden wir ohne Probleme den Zeltplatz, der mitten in der City lag. Der Weg dort hin führte uns an einer großen Kirche vorbei. Die Kirche brachte uns auf die Idee, dass man ja auch dort übernachten könnte. Anika und Mo suchten schließlich in der Kirche nach einem geeigneten Ansprechpartner, alles was sie jedoch erfuhren war, wo die Toiletten zu finden seien und so ließen wir uns auf dem Zeltplatz nieder.

Der nahe gelegene Supermarkt schien auf Philipp eine magische Anziehungskraft auszustrahlen, der sich dort immer wieder Malzbier kaufte, aber auch von allen anderen wurde der Markt regelmäßig gestürmt.
In diesem Supermarkt gab es auch Einmal-Grills und Fleisch zu kaufen, so dass wir uns das erste Mal auf unserem Roverway Fleisch brieten. Es schmeckte uns allen richtig gut und bot eine willkommene Abwechslung zu den nicht sehr fleischhaltigen Mahlzeiten der Tage zuvor.

Auch heute Abend krabbelten wir früh in unsere Schlafsäcke, denn bereits um 08:30 Uhr sollte der Bus nach Myvatn abfahren.

 

Erkenntnis des Tages: "Isländisches Malzbier ist lecker!"

 

 

30.07.2009

Heute begann der Tag sehr trübe, so dass wir auf der zweiständigen Busfahrt auch nicht allzu viel sehen konnten, schließlich hangen die Wolken so tief, dass wir durch mehr oder weniger dichten Nebel fuhren, der die Sicht versperrte.

Bereits um 11:00 Uhr hatten wir unsere Zelte auf einem schönen Zeltplatz direkt am See von Myvatn aufgebaut und waren bereit loszulaufen.

Unser Weg führte uns überwiegend die Straße entlang, vorüber an "isländischen Wald", farbenprächtigen Lavagesteinsfelsen, Blaue Lagune Auslüufern und Schwefelfeldern.
Je weiter wir kamen desto intensiver wurde der Schwefelgeruch, der sehr stark an faule Eier erinnerte. Der ein oder andere hatte mit den Würgereflexen zu kämpfen, dennoch taperten wir mutig weiter durch das Schwefelfeld, bis wir schließlich an den heißen Schlammquellen (nicht gesund, da ätzend) ankamen. An einigen Stellen trat auch heißer Wasserdampf aus der Erde, der zu allerlei Unsinn einlud.
Eine nette junge Frau schoss auch schließlich ein Gruppenbild von uns.

Von hier aus liefen wir nun ein Stück des Weges, den wir gekommen waren zurück, um dann schließlich abzubiegen, um die heißen Quellen zu erreichen. Am Wegesrand entdeckten wir eine Höhle, die es zu erkunden galt. Mo, Jannis und Chrisse hielten Wache, während alle anderen nach und nach in der kalten, feuchten Höhle verschwanden, in der man aber ohne weiteres aufrecht stehen konnte. Dennoch war Vorsicht geboten, denn schließlich kletterten wir ohne Helme, unpassendem Schuhwerk und wenig Licht. Die Höhlenwände waren allesamt meist sehr spitz und scharfkantig, Dominic bekam dies an eigenem Kopf deutlich zu spüren. Aber alles halb so schlimm, es handelte sich nur um einen kleinen Kratzer.
Irgendwann krabbelten wir wieder aus der Höhle und machten uns auf die Suche nach den heißen Quellen.

Wir fanden auch schließlich welche, die jedoch zum Baden ein wenig zu warm waren.
Ein wenig enttäuscht, denn schließlich hatten wir Badesachen dabei, gingen wir den Weg weiter in Richtung unseres Zeltplatzes.

Nach einiger Zeit fanden wir uns mitten in der Pampa wieder und eroberten ein liegengebliebenes, bereits demoliertes und mit Sicherheit fahruntüchtiges Auto.
Unser Weg schien kein Ende nehmen zu wollen, so dass wir schließlich uns einfach mitten auf dem Weg nieder ließen und erstmal eine Siesta einlegten, sehr zur Freude von zwei Spaniern, die uns ohne lange zu zögern fotografierten. Wir trafen die beiden auf unserem Zeltplatz wieder, leider haben sie uns bis heute das Foto nicht geschickt, schade.

Später machten Dennis und ich einen Kassensturz und schauten, was uns unsere finanziellen Mittel für einen Spielraum gaben. Auf der Wunschliste der Rover stand u.a. eine Whale-Watching-Tour in Husavik. Es galt nun die Busverbindungen und Preise hierfür einzuholen.

 

Erkenntnis des Tages: "Island hat coole Höhlen!"

 

 

31.07.2009

Heute früh erfuhren Dennis und ich vom Zeltplatzinhaber, dass das Wetter in Husavik sehr schlecht sei und es kaum eine Chance gab Wale zu sehen. Es sollte dort sehr windig, regnerisch und kalt sein.
Zudem wäre die Tour mit erheblichen Kosten verbunden gewesen, so dass wir uns nach Rücksprache mit den Rovern dazu entschlossen zurück nach Akureyri zu fahren, um uns von dort aus über die Highland Route auf nach Reykjavik zu machen.

In Akureyri angekommen wollte Phillip erneut versuchen in der Kirche vorzusprechen. Gemeinsam mit Jannis traf er auf eine Pfarrerin, die zu unserem Glück auch noch deutsch verstand und als wäre dies nicht schon super, kannte sie auch noch einen alten Pfadfinder.
Sie rief kurzer hand diesen Pfadfinder an, der uns auf sein Schiff, die Huni II zu einer Rundfahrt und anschließender Üernachtung an Board einlud.
Wir konnten unser Glück zunächst gar nicht fassen, da dies auch alles kostenlos sein sollte.
Es war uns kaum möglich unseren Dank in Worte auszudrücken, also nahmen wir ein Ringtuch mit dem Roverway-Aufnäher und unterschrieben es.
Die Pfarrerin freute sich sehr über die kleine Gabe.

Aufgrund der Einladung machten wir erhebliche Ersparnisse, die es uns erlaubten bei Subways essen zu gehen. Anschließend gingen wir schon zum Kai, wo die Huni II vor Anker lag.

Die Huni II war, wie wir während der Rundfahrt erfuhren früher ein Fischer Boot, dass einzige was daran noch erinnerte, war ein rundes Fangnetz an Deck. Bei der Rundfahrt erfuhren wir nicht nur viel über das Schiff, sondern auch über Akureyri.
Eigentlich sollte die Enkelin des Pfadinders uns auf deutsch alles erklären, sie war jedoch sehr aufgeregt, so dass ihr Opa schließlich alles auf englisch erklärte.
Später erfuhren wir, dass der Pfadfinder zwei Söhne hat, die beide deutsche Frauen (Schwestern) in Bayern geheiratet haben, so dass die beiden Mädchen super deutsch mit einem schwäbischen Akzent sprachen.

Am Abend zogen wir mit den beiden Mädchen und einer Freundin von ihnen um die Häuser in Akureyri, denn schließlich fand hier gerade ein Straßenfest statt. Nur Mo und Dennis blieben als Schiffswächter an Board der Huni II.

Geschafft von dem tollen Tag breiteten wir unsere Isomatten und Schlafsäcke unter Deck aus und genossen die einzigartige Nacht auf der Huni II.

 

Erkenntnis des Tages: "Pfadfinder sind die Besten!"

 

 

01.08.2009

Leider mussten wir schon sehr früh am Morgen die Huni II wieder verlassen. Das Packen unserer Rucksäcke verlief sehr routiniert und zügig, so dass wir pünktlich zur Eröffnung des Busschalters dort ankamen. Wir kauften noch schnell die Highland-Tickets und frühstückten.

Am ersten Haltepunkt des Busses sollten wir eigentlich auf einen Highland Bus umsteigen. Die Busgesellschaft hatte jedoch nur einen kleinen Bus geschickt, so dass für so viele Leute nicht genügend Platz in dem kleinen Bus war.
Nach einigem Hin und Her packten wir schließlich unsere Sachen wieder zurück in den großen Bus, mit dem wir gekommen waren und setzten hiermit unsere Route fort.

Die Landschaft war zunähst noch recht begrünt, wurde jedoch von Stunde zu Stunde immer mehr von der Einöde geprägt und schon bald fanden wir uns in einem Hauch von Nichts wieder.

Die Route führte uns u.a. nach Hveravellir, einer heißen Quelle, an dem Gebirgszug Kerlingarfjäll vorüber Richtung Gullfoss, dem größten Wasserfall Island, weiter zum Geysir, durch die Stadt Sellfoss nach Reykjavik.

Der Busfahrer war so nett, dass er uns bis zum Youth Hostel brachte, wo wir abermals unsere Zelte aufschlugen.
Während Dennis und ich uns um die Busfahrt zur Blauen Lagune und den Eintritt kümmerten, bereiteten die Rover das Essen (Suppe) zu.

Die Zeit verging wie im Flug, so dass es auch schon bald Zeit war in die Schlafsäcke zu krabbeln.

 

Erkenntnis des Tages: "Gulasch Suppe ist nicht gleich Gulasch Suppe, deutsche schmeckt besser!"

 

 

02.08.2009

Wir starteten gemütlich in den Tag und fuhren bequem von der Bushaltestelle vor dem Youth Hostel ab in Richtung Blaue Lagune.
Hier verbrachten wir den ganzen Tag mit heilsamen Schlammpackungen, heißem Wasser und entspannenden Sauna Gängen. Einige nutzen auch den Ruheraum und schliefen ein wenig.

Irgendwann hatten wir alle genug von der Lagune und verließen diese frühzeitig. Vor der Lagune bereiteten wir schließlich auf unserem Benzinkocher das Essen (Yum Yum's) zu. Leider bekamen nicht alle ein warmes Essen, da der Kocher streikte.

Schon bald traf der Bus ein, der uns nach Kevlavik bringen sollte. Noch einmal blickten wir auf die Landschaft, die wir ganz zu Anfang unserer Reise querfeldein durchquerten und erinnerten uns an unser cooles Abenteuer.

Am Flughafen angekommen trafen wir erneut auf andere Pfadfinder.
Damit die Zeit bis zur Eröffnung des Check-Ins auch nicht zu lange wurde, wurde kurzer hand noch der Supermarkt im Flughafen gestürmt und die letzten Kronen verbraten.

Im Sicherheitsbereich schlenderten wir noch durch diverse Duty free Geschäfte und versuchten so die Zeit bis zum Abflug zu verkürzen.

Irgendwann war es dann auch soweit und wir betraten endlich das Flugzeug.
Bei einem schönen Sonneuntergang hoben wir ab Richtung Heimat.

 

Erkenntnis des Tages: "Schönheitsschlamm steht auch Männern gut!"

 

 

03.08.2009

Müde, kaputt und mit vielen tollen Erinnerungen beladen, landeten wir früh morgens um 06:00 Uhr in Düsseldorf. Wie auch auf dem Hinflug kamen alle Rucksäcke heile an.
Noch während wir auf die letzten Gepäckstücke warteten erhaschten wir einen Blick auf die wartenden Eltern, die für uns ein Transparent bereit hielten.

Etwas unsicher und überrascht überlegten einige eifrig, wie man dem Banner aus dem Weg gehen könnte, aber der Mut und die Freude auf die Liebsten draußen siegte, so dass wir schließlich gemeinsam das Terminal verließen.
Wir wurden ganz herzlich empfangen und genossen den Moment der Widersehensfreude.

Alle anwesenden Eltern waren sichtlich erleichtert, dass ihre Kinder wohlbehalten zurückgekehrt sind und waren neugierig auf die Erzählungen der Rover, wobei sie sich mit Sicherheit noch ein wenig darauf gedulden mussten, schließlich waren alle sehr müde und freuten sich auf ihr bequemes Bett.

Und so endete unsere tolle Fahrt und der Bericht.
Das Roverway wird allen mit Sicherheit noch lange in guter Erinnerung bleiben und uns immer wieder ein Lachen auf unsere Gesichter zaubern, wenn wir daran denken.

 

Ich hoffe, dass mein Bericht noch die ein- oder andere Lücke in den Erzählungen der Rover schließen konnte, wobei ich mit Sicherheit nicht alles erfasst habe - ich konnte schließlich nicht überall sein.