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Wegzeichen

Isselburg

 

Der Bericht

Fast der gesamte Stamm fuhr in diesem Jahr ins Sommerlager.
Es war wirklich ein Erlebnis für alle, es gab viele Begegnungen, Eindrücke, Erlebnisse und Kontakte. Doch fangen wir mal ganz von vorne an.

Ein Highlight war bereits das Verpacken unseres gesamten Krimskrams, incl. Fahrräder am Freitag. Der LKW (ein 7,5 Tonnen Kastenwagen) war voll! Und wie, wer hätte sich das so gedacht, die ganzen Zelte, Küchenutensilien und erst dieser Berg von Fahrrädern. Dabei war das Gepäck der Teilnehmer noch nicht mal dabei.
Pünktlich zum ersten Regen war alles verladen und los ging die Fahrt für das Vorauskommando (Benny, Daniel, Dennis und Karsten /Dominik). Dominik kam von Münster direkt nach Isselburg.
Nach nur 1,5 Std. Fahrt war es bereits geschafft, doch wo war Gabi, wo der Schlüssel fürs Haus? Dieses Problem lies sich per Handy über Dortmund, Stadtplan von Isselburg und noch einer Kleinigkeit die man fast übersehen hatte (In der Zwischenzeit (gut 1,5 Std. später) zog es Olli (unseren LKW Fahrer) vor auszuladen und schon mal 'gen Richtung Dortmund zurückzufahren) souverän lösen.
Dann ging es aber schnell an den Aufbau der Zelte, das Einräumen des Küchenmaterials, das Verstauen des Materials, eben all der Sachen die so herum lagen. Es sollte ja möglichst viel fertig sein, wenn der Bus mit der Nachhut (30 Leute) morgen kommt. Also, Jungs, ran an die Arbeit, es wird bald dunkel.

Nun war es endlich Samstag, der lang ersehnte Tag der Abreise war da. Die Rabenstraße war voll von nervösen Kindern, nicht weniger nervösen Eltern, total ruhigen Leitern und einem sehr gut gelaunten Busfahrer, die sich nicht aus der Ruhe bringen ließen und einem Berg von Koffern, Taschen, Rücksäcken , Isomatten und Schlafsäcken. Das wurde alles noch zügig im Bus verstaut. So jetzt hieß es nur noch einsteigen und ab ging die Fahrt: Isselburg wir kommen!
Nach nur 1,5 Std. Fahrt (ohne Stau) erreichten wir den Platz, und was sahen wir? Genau unser Vorauskommando beim Frühstück! Die schauten, uns entgeistert an, damit hatten sie nicht gerechnet, kein Stau, nah so was.
Die Kids eroberten sofort den Platz, und waren sehr lange nicht mehr zu sehen. Es gab ja auch soviel Neues, links das Haus, dahinten die Container, rechts die Wiese und die Feuerstelle und dann der Wald mit seinen Hochsitzen, alles musste schnell erkundet werden. Denn es gab ja nichts zu tun. Doch als sie wiederkamen war da noch ein großer Berg an Gepäck, der verstaut werden musste. Es ist doch immer wieder die gleiche Frage, wozu braucht man denn soviel Zeug? Kann man nicht mal das eine oder andere T¬Shirt waschen? Es ist halt eine arge Gepäckträgerei, wenn man 27 Koffer schleppen muss (ist ja sowieso die Aufgabe von den Leitern, denn die Kids schaffen es eh nicht.)
Unser Freitag Team hatte ganze Arbeit geleistet, es hieß nun nicht mehr „holt raus die Heringe und den Hammer", die Zelte standen schon fast alle. Das war ein Luxus, toll gemacht!
So ging der erst Tag dahin, zu essen gab es Hamburger, bis man nicht mehr mochte. Anschließend kam das, worauf man sich schon seit langem gefreut hat, das Lagerfeuer mit dem Singen. Doch diesmal war es etwas anders, der Ablauf wurde geändert, denn Dimitri hatte Geburtstag! Es wurde ein Geburtstagslied gesungen, Erdbeersahne-Torte gegessen und eine Überraschung gab es auch für ihn, also Happy Birthday to you, Happy Birthday to you...

So endete der erste Tag, für viele begann die allererste Nacht im Zelt, das erste Palaver im Kreis der Freunde und Gefährten, die erste Gute Nachtgeschichte. ... doch ans Schlafen war noch lange nicht zu denken, sei es drum.
Der Sonntag stand im Zeichen des Bauens. Doch es wurden keine Mülleimer, sondern Schaukeln, Tische und Bänke und Gebietsabgrenzungen gebaut. Bald entstanden „Juffingtal" und „Wölflingshausen", zwei sehr nette Orte. Wobei „Wölflingshausen" sehr Natur verbunden war und sich dort insbesondere Nacktschnecken wohl fühlten. Gerade das Zelt der Mädchen entwickelte sich zu einem sehr begehrten Ort der Nacktschnecken und Spinnen. Auch der eine oder andere Käfer (Größe ca. 4 cm) wurde dort gesichtet, bei Rachel in der Schlafanzughose. Alle hatten gelacht und Spaß dabei nur eine nicht. Bei den Jungs waren es wohl mehr die Spinnen und Mücken die sich dort besonders wohl fühlten. Aber auch das Zelt von Hilde und Bärbel blieb von den Schnecken nicht verschont. Ob es sich hierbei wohl nur um Wö-Schnecken (orange) handelte, bleibt zu überlegen, denn aus den anderen Zelten wurde nichts von dieser Plage bekannt.
Während des Lagerfeuers am Sonntag hatten wir auch den ersten Kontakt zur Landjugend. Komisch wie man im Münsterland so Kontakt aufnimmt, mit Wurfgeschossen aus Runkeln, Maisstangen und lautem Gegröle. Doch nachdem unsere männlichen Leiter und Bärbel sich eingeschaltet haben, war Ruhe angesagt. Die Wö' s haben nichts mitbekommen von all dem, denn die haben bereits friedlich geschlafen.

Montag, ja Montag war ein sehr ereignisreicher Tag. Nun ja, wo soll ich bloß beginnen? Nah gut also bei den Juffis. Die haben nämlich beschlossen mal kurz mit den Rad nach Bocholt (16 Kilometer) zu fahren. Die Wö-Leiter sagten lass die mal abfahren, wir schauen uns erstmals Isselburg an. Gesagt getan. Die Juffileiter (Benny, Daniel und Karsten, der zur Aushilfe bei den Juffis war) riefen zur Abfahrt. Die Flaschen waren gefüllt, doch leider die Räder nicht. Das eine oder andere Rad hatte tatsächlich einen Platten bei der Abfahrt. Kein Problem, doch wo war die Luftpumpe? Genau in Dortmund (ebenso wie die Schlüssel der Fahrradschlösser), prima. Also hieß es erst einmal Luftpumpe für das Rad suchen, aufpumpen und los geht's. Nein, was war jetzt? Ach so da war noch ein Sattel locker, nun ja, was soll es, machen wir mal eben fest, kein Problem. Jetzt, aber jetzt geht es los, alles fertig aufsteigen und bums, da liegt doch einer im Graben, anschließend Massenunfall, keine 10 Meter vom Platz. Also, Kinder aufheben, Räder kontrollieren, alles fertig und jetzt endlich kann es losgehen. Die Erdanziehung war an diesem Tag besonders groß. So hörte man am Lagerfeuer Berichte von einem Leiter (der Name Benjamin wird in diesem Zusammenhang nicht genannt) der es geschafft hat auf gerader Strecke, ohne Schlagloch oder Rempler über den Lenker zugehen, Kopfsprung war erst im Schwimmbad angesagt. Doch dies war nicht der einzige spektakulärer Stunt. Nach den Ausflügen der Juffis per Rad hieß es eigentlich immer: Dennis, kannste Mal gucken, ich hab da was... Oder Bärbel können wir mal kurz zum Krankenhaus (30 min. entfernt), ... und ... haben da etwas. Oder wir müssen mal was schrauben. Oder, oder, Oder.

Doch auch bei den Wö's gab es oftmals Probleme, so zeigte es sich, dass bei einem Rad (die Schwester hatte auch einen Platten) auch keine Luft drin war. Dabei muss es sich wohl um eine Familienkrankheit handeln. Aber auch das eine oder andere Leiterrad kam ohne Luft in Isselburg an. Selbstverständlich war auch da die Luftpumpe zuhause im Keller, was braucht man die auch am Rad, da wird sie ja eh nur geklaut. Nun ja, Dennis hat es echt hart erwischt, die Schläuche die keinen Platten mehr bekommen sind leider im Bus vergessen worden, also musste er erstmal flicken. Sonst aber lief es ganz gut mit dem radeln, keine besonders hohe Erdanziehung bei den Wö's. Jedoch zeigten sie ihr angestammtes Rudelverhalten (wo du bist muss ich auch sein) was beim Radfahren oftmals Probleme mit sich bringt, da sich Räder schnell verhaken. Auch wurden immer wieder Leiter gesichtet, die abgefallenen Teile (Ich wollte das Schutzblech ja eh nicht mitnehmen, da es immer abfällt, aber Papa hat es einfach dran gemacht) aufsammelten, Schrauben festzogen und Dynamos aus den Speichen drehten.
Also, wirklich, den einen oder anderen Film kann man über solche eine Fahrt drehen, eins ist aber immer sicher, gelacht wurde immer, von wem auch immer.
Ein Postamt auf dem Platz wurde eröffnet, viele Briefe wurden geschrieben und bei nächster Gelegenheit abgeschickt. Aber auch der Postbote hatte genug zutun, denn Post bekamen wir täglich.
Am nächsten Tag fuhr man per Rad und Auto ins Schwimmbad nach Rees (13 km), eroberte die Rutsche, ließ sich von Dennis und Karsten in tiefe Wasser werfen, spielte Bohnanza, Magic etc. oder ging ganz einfach ins Wasser zum schwimmen, sonnte sich oder lag im Schatten. Einfach herrlich in einer großen Gruppe schwimmen zu gehen.
So endete der Dienstag wie der Tag zuvor mit dem Lagerfeuer, dem Gesang und den Berichten vom Tage. Zuletzt saßen nur noch die Leiter am Lagerfeuer, die Wö' s schliefen bereits friedlich und die Juffis hatten sich ebenfalls zurückgezogen.

Dann ja dann passierte es. Plötzlich gab es ein Geschrei aus dem Wald. Die Juffis riefen laut, durcheinander, schrieen, kurz gesagt, es war der Teufel los. Die männlichen (die Frauen sind halt zu langsam oder so) Leiter spurteten in den Wald, es gab einen Tumult.
Die verbliebenen weiblichen Leiter fragten sich: Was war dort bloß los? Am Lagerfeuer hörte es sich recht abenteuerlich an. Wer macht da einen Scherz? Hoffentlich denken die Juffis mal an die Wö' s, die schlafen ja schon.
Ja und dann, dann kamen die Juffis mit dem einen oder anderen Leitern hoch, alle zutiefst erschrocken, teilweise ganz weiß im Gesicht, die Nase triefte, der eine oder andere zitterte. Was war passiert? Alle waren heil da (Gott sei dank). Dann redeten die ersten Leiter: Da waren welche auf dem Platz, sind zum „Juffingtal" gegangen und haben an der Plane gerieben und sich bemerkbar gemacht. Die Juffis glaubten erst an einen Scherz von uns, doch als wir nicht reagierten bekamen sie Angst. Ist doch klar, alles war dunkel und im Wald bringt der Mond nicht soviel Licht. Als die Leiter kamen sind die Eindringlinge (Landjugendliche) ganz schnell geflüchtet. Das gesamte Gelände wurde abgesucht. Ein riesiges Loch im Zaun wurde gefunden und notdürftig wieder verschlossen. Später wurde noch festgestellt dass die Seile der Schaukel angeschnitten waren. (Leider konnte man ab diesem Zeitpunkt nicht mehr schaukeln, da die Gefahr halt zu groß war. Schade!)
An schlafen war nun nicht mehr zu denken. Erst viel später haben sich die Juffis entschlossen schlafen zu gehen, aber nur gemeinsam, alle 14 in einem Zelt, wo sonst nur 5 drin schliefen. Das war nicht eng, nur gemütlich und man fühlte sich sicher. Und die Wö' s, was war mit ihnen? Nun ja, wenn die mal schlafen, dann ... Genau so war es, die haben alles verschlafen und wussten nicht so recht war passiert ist.
Nun ja, das war ein Überfall. Doch warum, wir haben nichts getan um zu signalisieren, dass wir einen haben möchten. (Bei Pfadfindern ist es so, dass es Überfälle gibt, jedoch wird dies normalerweise mit den zuständigen Leitern abgesprochen (schlechtes Timing eben). Es wird dabei versucht dem anderen Stamm das Banner (Fahne) oder halt ein Stammesmitglied zu klauen (nicht gelungen). Später muss das dann gegen etwas (Flasche Cola, Kuchen etc.) eingelöst werden. Anschließend wird am Lagerfeuer noch lange darüber gemeinsam geredet. Allerdings sollte man dies erst ab Pfadi (+14 Jahren) durchführen. Denn vorher macht es keinen richtigen Spaß, die Kleinen haben halt nur Angst.
Erst am Abend vorher das Theater und nun dies. Was soll das? Lange haben wir Leiter noch am Abend/ in der Nacht geredet. Was sollten wir tun?

Morgen waren Bärbel und Hilde mit den Wö's allein auf dem Platz, was nun. Hike absagen, entschiedenes „NEIN" von Bärbel und Hilde. Also, weiter ging es. Mit recht mulmigem Gefühl ging man irgendwann schlafen, denn der nächste Tag kommt bestimmt.
So war es auch, nach dem der eine oder andere Juffi seine Heldentat (Bei mir hatte einer ein Messer am Finger (reine Phantasie) und wollte mir den abschneiden) den Wö's erzählt hat. Diese mittlerweile schon recht viel Angst bekamen, gingen die Juffis auf den Hike.
Los ging es mit den Rädern (meist ohne Gepäckträger sieht halt besser aus). Das Gepäck (Schlafsack, Isomatte etc.) mussten mit dem Auto zum Lagerplatz gefahren werden.
Ruhe auf dem Platz, nur die Wö' s mit Bärbel und Hilde. Die sich derweil fragten, was machen mir wegen des Überfalls, was tun? Nun ja, informieren wir mal die Pfadis von Isselburg. Die waren schier erschrocken, recht sauer, begutachteten den Zaun und riefen die Polizei. Jetzt ging es erst richtig rund, die Polizei kam, begutachtete das Loch, nahm die Schilderungen auf, war ebenfalls sauer und hatte einen Verdacht. Zu unserer Sicherheit bekamen wir einen Handstrahler (der hatte den Begriff Strahler wirklich verdient, 2000Watt), die Handynummer des Polizisten und die direkte Rufnummer der Wache.
Wow, war das aufregend für die Wö's. So ging der halbe Tag dahin, strahlender Sonnenschein und wir hängen auf dem Platz fest. Doch auch das ging vorüber, so das wir es doch noch geschafft haben nach Bocholt zu fahren (Wö's fahren nicht so weit mit dem Rad, sondern mit dem Auto). In Bocholt wurde erst mal die Nordsee unsicher gemacht und dann ging es ab ins Kaufhaus, endlich mal shoppen. Gegen Abend zurück, was essen und dann sich den eindringlichen Fragen der Wö's stellen; „was ist, wenn die 'bösen' Männer wieder kommen?" „Uns klauen?", „das Zelt kaputt machen?". „Ich kann aber nicht mehr schlafen!" Halt das ganze Programm. Doch bei all diesen Fragen haben sie nicht bedacht, das ja zwei Leiter da waren, die bereit zur Verteidigung (mit Strahler und Handy) waren.
Und tatsächlich, auch an diesem Abend bekamen wir wieder Besuch. Wie sich herausstellte handelte es sich um die Gruppe vom Sonntag, die vor lauter Langeweile („Pfadfinder müssen überfallen werden") den Gruppen das Leben halt schwer machen wollten. Nachdem diesen erst mal der Straftatbestand (Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Nötigung, versuchte Körperverletzung etc.) nahe gebracht wurde, ließen sie von ihrem „Sport" ab und waren nicht mehr gesehen (Heinzelmännchenprinzip).
Auch streute die Polizei und die Pfadis im Ort die Informationen das dies kein Spaß ist, die „Ponys" ließen auf der Dauer auch das umkreisen des Platzes sein. Ruhe war angesagt, doch als Leiter war man immer auf der Lauer (Nachtwachen waren angesagt - der Strahler war auch immer dabei). Und was machten die Juffis so auf dem Hike? Na ja, es passierte das, was man auch erwartet hat. Das eine oder andere Boot ist tatsächlich gekentert (willentlich herbeigeführt) in der maximal Bauchnabel tiefen, teilweise stark zugewachsen Issel. Jedoch wird auch von einem Leiter berichtet, der sich aufgemacht hat ein gekentertes Boot „zuretten", sich die Schuhe ausgezogen hat, dann die Hose hochkrempelte und doch tatsächlich an der tiefsten Stelle (kein Bewuchs, klares Wasser) bis zur Brust untergegangen ist. Und was gab es sonst noch zu berichten? Es war ganz, ganz toll, viel Spaß in den Booten bei strahlendem Sonnenschein. Bei der Übernachtung am Ufer der Aa ging es bei Pommes (isst man halt in Holland) recht lustig zu. Alle sind total relaxt am darauf folgenden Tage (ohne Unfälle) zurückgekommen.

Besuch, Besuch, Dr. Korfmacher kam vorbei. Nach dem Frühstück ging es per Rad zum Ponyhof Leitlingen. Die Großen Juffis stellten schnell fest, dass sie zu alt zum spielen sind. Sie fuhren schnell wieder zurück zum Platz um Schwedenstühle zubauen. Doch die Wö's und restlichen Juffis haben diesen Tag auf dem großen Spielplatz genossen. Die Seilbahn und die Klettergeräte waren recht famos. Der eine oder andere Leiter stellte sich die Frage, wie kommt man da nur so wie Fabio und Marcel durch, das geht doch nicht. Es gab eine Spielkarte, mit der man so einiges auf den Autos und Ponys erleben konnte. Aber auch das Geheimversteck war nicht zu unterschätzen. Im Verlauf des Nachmittags machte sich Dr. Korfmacher auf zum Platz, um mit den Juffis zu bauen. Ja wirklich, er hat richtig mit gesägt, geschliffen und gebohrt (ohne Arbeitskleidung). Auch konnte man tatsächlich aufgeräumte Zelte und Plätze in „Juffingtal" sehen. Was für ein Einfluss Dr. Korfmacher auf sie hatte. Aufräumen, einfach so, das geht doch. Nach dem Abendessen musste Dr. Korfmacher leider fahren, versprach aber im nächsten Jahr uns wieder zu besuchen und eine Nacht zu bleiben. Er hat an diesem Tag viele Fragen beantwortet („Und was hast Du für einen Beruf?" oder „bist Du Verheiratet?" oder „wer bist Du?") und den Kids gezeigt, das ein Priester auch nur ein normaler Mensch ist, mit dem man einfach reden kann, halt so wie mit einem Leiter.

Schon stand das Bergfest und damit diverse Gäste vor der Tür. Diese Woche ist ja so schnell vorbei gegangen. Als Gäste konnten wir begrüßen: Dominik schnell aus Münster rübergerutscht, Maren per Zug von Datteln gekommen, Martin mit einen Wagen voller Überraschungen aus Dortmund geeilt.
Eine große Bäckerei aus Dortmund hat uns einen riesigen Karton Hefeteilchen, Brote und Berliner geschickt, Eltern haben uns mit Kuchen, und einer geheimen Kiste (Bärbel durfte ja nichts merken) bedacht.

Am Samstag ging es dann los mit einer Tüte Backpulver.
Der Auftrag hieß: „Tausche Backpulver gegen das Größte was du kriegen kannst."
Und dann ging es jeweils in Kleingruppen los. Der Milchbauer machte große Augen, gab ein Glas eingekochte Kirschen, dann ging es in die Stadt. Zum Schluss hatten wir: Einen Buggy, Rasensprenger. Kinderrad, Cornflakes, Glasschale, Tomaten, Obst, Geld (20€) etc.
Es ist schon sehr erstaunlich, was man so alles eintauschen kann.
Doch am Nachmittag hatten wir ein Problem, es sollte Waffeln geben, doch das gesamte Backpulver war verschwunden. Nun ja, was tun? Genau, ab zum Bauern und tauschen, Würstchen gegen Backpulver. So gab es auch noch leckere Waffeln (Ans kaufen hatten wir nicht gedacht).
Abends gab es super leckeren Spießbraten, Salat, Bratkartoffeln, und vieles, vieles mehr. Einfach lecker so ein Bergfest.

Der Sonntag folgte mit seinem Brunch, die Kinder hatten dienstfrei. Die Kinder nahmen an einer Schnitzeljagd teil, doch leider waren nicht alle an diesem Tag gesundheitlich auf der Höhe. So musste Daniel nach Hause um sich auszukurieren. Also, die Überraschung für Bärbel auf morgen verlegen. Nun ja was soll es. Doch dann war Bärbel krank, was tun, also wieder einen Tag verlegen.
Am Montagabend hat es geklappt, alle waren fit und Bärbel ist fast von der Bank gefallen. Plötzlich sangen alle „wir feiern ein Jubiläum". Da konnte sie auch gegen singen, die haben einfach weiter gesungen. Als erstes kamen die Leiter, dann fing auch noch die Beate an, holte die Würfel und los ging es. Ein wirklich abendfüllendes Programm bis das alles ausgepackt war. Doch eins können wir ganz klar feststellen, sie hat sich sehr, sehr gefreut, die Überraschung war gelungen, man ist eben nicht immer 25 Jahre in Folge als Leiter im Sommerlager dabei. Das ist schon was Besonderes.
Die zweite Woche verflog fast wie im Fluge. Als erstes gingen wir mal kurz nach Bocholt ins Bahia schwimmen.
Am Mittwoch war Kindertag. Da hatten die Kids die Leitung und die Leiter waren die Kids. Ja, was war das ein toller Tag, endlich konnten sie uns mal zeigen, wo es lang geht. Das Chaos begann eigentlich schon mit dem Frühstück, oder auch schon vorher. Alles musste man den Leitern sagen, die wussten noch nicht mal was sie mit dem Besteck machen sollten, geschweige denn Tischdecken. Einige setzten sich einfach an den Tisch und spielten mit dem Nachbarn, schmierten sich die Nutella ins Gesicht, machten sich abenteuerliche Brote, oder zankten. Man musste ihnen sogar sagen, dass sie sitzen bleiben sollten. Welch ein Graus, so waren die Kids doch nicht und spülen wollten sie eigentlich auch nicht, lieber spielen. Viele stellten sich die Frage sind wir wirklich so nervig? Die Antwort war eigentlich klar, schau doch mal richtig hin. Oder wir haben uns ja noch nicht mal so richtig gestritten. Dann stellten die „Kids" fest, seid doch bitte wieder normal, halt so wie immer, das ist so anstrengend Leiter zu sein.

In der restlichen Woche gingen die Wö' s noch in den Wildpark, genau, dahin wo Dennis eine Pfauenfeder „gefunden" hat (Diebstahl am lebendigen Leib).
Dann ging es ab in Kernies Kernwunderland. Karussell fahren, Pommes und Eis (alles Kostenlos soviel man will bis auf den Eintritt) (den einen oder anderen sah man konstant mit 2 Eis in der Hand rumlaufen) essen. Groß und Klein hatten ihren Spaß. Rekord 18 Softeis, 10mal Pommes/Mayo. Besonders ist hier noch ein grauer Elefant im Kinderkarussell mit einer recht starken Last (2 Pers.) zu beschreiben, der es mit größter Anstrengung doch noch geschafft hat ganz nach oben zu fliegen („hoffnungslos überladen" sagt Benny). Auch der Stammesritt auf den Karussell „wild"Pferden war nicht zu verachten, ganz zu schweigen von den verrückten Tassen. Nass geworden sind wir alle auf der Baumstamm Wasserbahn, das Hüpfkissen brachte uns zum fliegen und im Kettenkarussell hob man ganz schön ab, ebenso die Achterbahn, wo der eine oder andere plötzlich sehr groß wurde. Kernies, ein reiner Familienpark mit Pommes, Getränken und Eis bis zum abwinken
Und schon ging es zum Packen über (zwei Wochen sind manchmal ja so schnell vorbei), der LKW kam Freitag zum einladen, Samstag wurde der Platz noch gereinigt, der Bus gepackt und ab ging es nach Dortmund.

Dort erwartete uns zum Schock von Bärbel die Presse. Ja, die Eltern hatten es arrangiert, es gab einen großen Fototermin, auch ehemalige Leiter waren mit Kuchen und Luftballons da. Das war ja ein richtiges kleines Fest. Klar dass möglichst alle eine Kluft anhatten, obwohl Bärbel ja eigentlich nicht so recht wollte.
Nachdem alles wieder ausgeladen und verstaut war, hieß es zum letzten Mal wir machen einen Kreis zur Abschlussrunde.
Nach Dankesgebet, aufmunternden Worten, einer Laola-Welle (die üben wir aber noch mal) wurden die Abschiedslieder gesungen.
Isselburg war mit Sicherheit ein besonderes Lager. Die Mitnahme von Rädern hat sich als gut, aber auch als gefährlich erwiesen. Doch mochten wir sie nicht missen.

Viele Kinder haben Isselburg als ihr schönstes Lager beschrieben und klar bekräftigt, dass sie nächstes Jahr wieder dabei sind. Den Wö' s hat der Platz sehr gut gefallen, doch das Nächste mal sollte bitte auch wieder ein Bach dabei sein (wie beim Fuchsbau), oder ein Baggerseen in der Nähe wie in Norderstedt. Leider konnten wir mit den Kindern nicht an einen solchen vorhandenen See gehen, da der eine oder andere nicht in einem öffentlichen Gewässer schwimmen durfte (Schade), auch war die Issel tiefer als ein Bachlauf, so das wir dort auch nicht zum Wasserspielen hingehen durften (Schade), denn wir wollten auch keinen auf dem Platz zurücklassen.

Zum Abschluss möchten wir Leiter uns nochmals recht herzlich bei allen Eltern bedanken, die uns bei aus- und einräumen unseren Utensilien so tatkräftig geholfen haben. Bei allen Eltern für die leckere Marmelade, den Joghurt, den Tee, den leckeren Kuchen, etc. bedanken.

Und seit bereit wenn es nächstes Jahr wieder heißt:
„Auf geht's, ab ins Sola 2006! Wer kommt mit?"

Hier nun noch einige Sprüche:

„Du Hilde bekomm ich noch ein Wassereis, ich hab erst 20 gegessen!" (an einem Tag)

„Du Beate, ich kann mein Tuch nicht mehr finden, weißt du wo es ist?"
"Mal sehen, vielleicht in deinen Koffer."
"Ach ja, da hab ich ja noch gar nicht nachgeguckt."

Beim Spülen, "Du, kann ich noch was zu trinken kriegen?"
"Häh, da steht doch was draußen oder?"
"Ach ja dann geh ich mal dahin."

Frage an Dr. Korfmacher: „Was sind sie eigentlich von Beruf?"
„Pastor."
„Aha. Haben sie auch ne Frau?"
„Nein!"
"Und haben sie ne Freundin?"
"Klar habe ich ne Freundin, hast du doch auch oder?"
„Ähm, ähm. Korfmacher, aber beim Sex hört es auf, ist doch ganz normal. Aber ne Freundin haben ist kein Problem."

„Du... meine Taschenlampe ist weg, einfach weg, was mach ich denn jetzt?"
„Hier hast du meine, ich leih dir eine Taschenlampe."
Später im Wö-Zelt, „Wem gehört diese Taschenlampe?"
„mir, da ist sie ja wieder. Hier du kannst deine wiederhaben, die ist mir hingefallen und kaputt."

nach 2 Stunden im Kernies: „du ich hab da so einen Automaten gefunden da gibt es Softeis umsonst"
Antwort: „Klaro, ebenso wie Pommes und Cola."

"Du Dennis ist das deine Verliebte die da anruft?"
„Ja:"
„Wie heißt denn die?"
"Wera, aber V geschrieben."
„Aha also VVVERA!"
„Ja."

„Hast du dir die Zähne geputzt?"
„Geht nicht, meine Zahnpasta ist seit Tagen weg."
Da kommt ein anderer Wö vorbei und sagt, „ich weiß wo sie ist! In meiner Kulturtasche."

"Du... wie viel Eis hast du denn schon Im Kernies gegessen?"
"18 und du?"
„2."

„Hey ..., gib uns mal ne Runde Eis aus"
„ja. Klar mach ich das" Zapf, zapf, zapf'

„Du Hilde, ich hab keine Unterhosen mehr, du hast mir nur 3 eingepackt!"
„Kann nicht sein, guck mal richtig in den Koffer!"
"Hab ich doch, tatsächlich keine mehr da."
„Benny, wenn ihr gleich nach Dinxperlo fahrt, bring mir mal Unterhosen mit, hier gibt es ein Unterhosenmonster. Robbys Unterhosen sind alle weg."
Frage an alle abends im Wö Zelt: „hat irgendwer zu viele Unterhosen in seiner Tasche?"
„Nee."

„So heute ist jeder mal von seinem Teller und seinem Besteck."
„Muss das sein. Mein Teller ist doch so blöd, da passt ja nichts drauf und das Besteck ist auch so doof."

„Du heute geht's du aber duschen!"
„Ja mach ich gleich." ...
„deine Haare sind ja noch ganz trocken, was ist mit duschen?"
„Heute Morgen nicht, ich mach es heute Abend!"
Am Abend, „was ist mit duschen?"
„nee heute nicht, da ist ja Lagerfeuer und es lohnt sich dann ja nicht, mach ich morgen."
Also, wieder am nächsten morgen, „du ..."

Tagesablauf Sola:

Fr. 08.07.05 LKW nach Isselburg
Sa. 09.07.05 Abfahrt Bus/ Einräumen der Zelte etc.
So. 10.07.05 Lagerbauten
Mo. 11.07.05 Radtouren Bocholt/ Isselburg
Di. 12.07.05 Schwimmbad Rees Überfall
Mi. 13.07.05 Juffi: Hike (Kanu) Wö: Bocholt
Do. 14.07.05 Juffi: Hike (Fahrrad) Wö: Wasserschlacht
Fr. 15.07.05 Ponyhof Leitungen Besuch Korfmacher
Sa. 16:07.05 Bergfest: Backpulverspiel
So. 17.07.05 Bergfest: Geländespiel
Mo. 18.07.05 Juffi: Dinxperlo Wö's: Wildpark
Di. 19.07.05 Bahia Bocholt Schwimmen
Mi. 20.07.05 Juffis: Platz - Schwedenstühle Wö: Dinxperlo
Do. 21.07.05 Kernies Wunderland
Fr. 22.07.05 Abbau der Zelte und verladen des Lkws
Sa. 23.07.05 Abreise Ankunft Juhu!!!!!!!!!!